Pressemitteilung vom 10.11.2023
AGM: Starke Signale für 2024
Am Mittwoch ist die dreitägige Herbsttagung der Arbeitsgemeinschaft Marketing GmbH (AGM) zu Ende gegangen. Auf Einladung von Fernand und Paul Ernster, Inhaber und Geschäftsführer der Luxemburger Ernster Librairie, fand die Konferenz in der Luxemburger Handelskammer statt, zu deren Präsident Fernand Ernster im Frühjahr gewählt wurde. Auf dem Programm standen die Projekte der AGM, die Geschäftsführer Folkert Roggenkamp mit Beginn seiner Tätigkeit Anfang des Jahres verfolgt: 2024 wird die AGM neben den erfolgreichen gedruckten Magazinen und Katalogen zusätzlich auch Online-Marketingtools anbieten, die den Verlagen eine hohe Reichweite und Sichtbarkeit bei den KundInnen der 14 Buchhandelsunternehmen mit 50 Filialen garantiert. Die Print-Werbemittel erfahren einen Relaunch und werden so dem veränderten Lese- und Konsumverhalten der KundInnen angepasst. Eine zentrale Datenbank über die Unternehmen der AGM wird ein detailliertes Reporting über Ein- und Abverkäufe ermöglichen, das in einem weiteren Schritt auch den Partnerverlagen zur Verfügung gestellt werden soll. Diskutiert wurde ebenfalls die Errichtung eines Zentrallagers für alle angeschlossenen Buchhandlungen, hier votierten die Gesellschafter für einen konkreten Prüfauftrag an die Geschäftsführung.

Die Geschäftsentwicklung im laufenden Jahr ist bei allen Gesellschaftern der AGM erfreulich positiv. Die Unternehmen erzielen sowohl stationär als auch online ein zum Teil deutliches Umsatzwachstum. Die Auswirkungen der noch im Frühjahr befürchteten massiven Steigerungen bei Energie-, Logistik- und Personalkosten konnten durch entsprechende Maßnahmen im Kostenmanagement im Rahmen gehalten werden. Eine Anpassung der gebundenen Ladenpreise an die Inflationsrate sei dennoch zwingend geboten, um die Resilienz der unabhängigen Buchhandlungen zu stärken, so Folkert Roggenkamp. „Der unschätzbare Wert unabhängiger Handelspartner auch für die Verlage liegt in der unübertroffen intensiven Kundenbindung vor Ort und in der Region. Individualität in Sortimentsgestaltung und im Unternehmensauftritt zahlt sich für alle Marktteilnehmer aus, Austauschbarkeit und Gesichtslosigkeit rächen sich nicht erst langfristig. Die Unternehmen der AGM leisten einen wichtigen Beitrag zum Erhalt eines in seiner Vielfalt und Unverwechselbarkeit erfolgreichen deutschsprachigen Buchmarkts“.

buchreport, 09.03.2023
Interview mit dem neuen Geschäftsführer der AGM, Folkert Roggenkamp

In welcher Gemütslage starten die Buchhandlungen der AGM in den Bücherfrühling?

In einer guten Stimmung. Die ersten Monate dieses Jahres waren erfreulich, das höre ich von allen Gesellschafterunternehmen. Sie melden durchweg über den Referenzdaten liegende Kennzahlen. Es besteht allerdings die große Sorge, dass die Kosten weiter explodieren und die Verlage nicht rechtzeitig die Preise angepasst haben.

Wie stark ist der wirtschaftliche Druck?
Er ist im Moment sehr hoch, wegen der Unwägbarkeiten, was die Entwicklung der Kosten betrifft. Personal, Energie, Inflation – das sind Faktoren, die stark belasten. Durch die Preissteigerungen haben wir eigentlich in allen Bereichen einen hohen Margendruck. Das sind große Herausforderungen. Wir sind ja auf die Preisgestaltung der Verlage angewiesen. Hier könnte noch mehr passieren.

Muss das Leistungsspektrum der Gruppe erweitert werden?
Ja, und daran arbeite ich seit meinem Antritt in enger Abstimmung mit den Gesellschaftsunternehmen aber auch mit den Verlagen. Die AGM ist eine Werbegemeinschaft, die sich bislang hauptsächlich auf Printmedien konzentriert hat. Das hat gut funktioniert, aber in Zukunft wollen wir deutlich mehr machen. Das betrifft vor allem die Online-Werbung. Ich habe mir aber auch die Logistik vorgenommen. Bei der Warenlogistik mit dem Buchtransport stellt sich die Frage, ob wir in Zusammenarbeit mit einem Barsortiment vielleicht auch ein Zentrallager einrichten sollten. Deutlich verbesserungswürdig ist auch unsere Datenbasis. Wir haben 15 Gesellschafterbuchhandlungen mit 8 verschiedenen Warenwirtschaftssystemen. Das ist im Prinzip in Ordnung, aber für die Steuerung brauchen wir eine einheitliche Plattform. Wir wollen die Daten, die für uns und die Verlage relevant sind, zentralisieren und bündeln.

Welche Perspektive hat der inhabergeführte Buchhandel?
Vor 15 Jahren, als ich meine Buchhandlung verkauft habe, hätte ich gesagt, er hat schlechte Aussichten. Heute sieht das anders aus. Trotz des gerade akuten Kostendrucks sind viele Buchhandlungen stabil und das gilt nicht nur für die AGM-Buchhandlungen. Bei einigen Größeren steht sogar die lokale oder regionale Expansion auf der Agenda. Zudem beobachten wir nach Corona einen Trend, der optimistisch stimmt: Es gibt eine Rückkehr der Kundinnen und Kunden zum stationären Handel. Hier können wir unsere klassischen Stärken ausspielen. Wenn die Kunden auf passioniertes Personal treffen, das Spaß am Job hat, zahlt sich das aus.

Pressemeldung vom 03.03.2023
Erstmals ist ein Buchhändler Präsident der luxemburgischen Handelskammer

Mit Fernand Ernster (62) ist im Februar erstmals ein Buchhändler zum Präsidenten der luxemburgischen Handelskammer (cc.lu) gewählt worden. Die Handelskammer Luxemburg vertritt 90.000 Mitgliedsunternehmen, das entspricht ca. 80% des luxemburgischen Bruttoinlandprodukts (BIP). entspricht. Sie wurde 135 Jahre von der Stahlindustrie und in den letzten vier Jahren von Banken geführt. Fernand Ernster wurde einstimmig in das neue Amt gewählt, nachdem der bisherige Präsident Luc Frieden in die Politik zurückgekehrt und zum Spitzenkandidaten der luxemburgischen christlich-sozialen Volkspartei (CSV) ernannt worden war.

Fernand Ernster ist Inhaber von »ERNSTER - L’esprit livre«, einem traditionsreichen Familien- und Buchhandelsunternehmen, das in Luxemburg zahlreiche Buchhandlungen und Geschäfte betreibt und mit einem Gesamtumsatz von EUR 25 Mio. auch auf dem deutschen Buchmarkt eine gewichtige Rolle spielt. ERNSTER ist Gesellschafter der Arbeitsgemeinschaft Marketing GmbH (AGM).

„Wir freuen uns sehr für Fernand Ernster und sind stolz darauf, dass ein Mitgliedsunternehmen der AGM den Präsidenten der luxemburgischen Handelskammer stellt“, kommentiert Folkert Roggenkamp, Geschäftsführer der AGM. „Dies ist auch ein starkes Signal in Richtung der deutschen Wirtschaftsverbände: Buchhändler können auch big business! Die Interessenvertretung nationaler Wirtschaftsunternehmen muss nicht Industrie, Banken und Kanzleien überlassen werden.“